Peter Sicker betreibt in Brühl eine ganz eigenwillige Individual-Gastronomie mit Feinkostladen unten und Restaurant oben - letzteres eher eine offene Küche mit darum herum gestellten Tischen. Wenn man einen Tisch bestellt hat, findet man Stoffservietten vor, und wenn man die Karte aus der Hand legt und dem Chef zuhört, ist alles ganz anders als gedruckt: Der Freund des frischen Tageseinkaufs hat immer etwas außer der Reihe zu bieten und liebt Überraschungen – „Pampadam“ beispielsweise, ein hauchdünner indischer Knusperfladen, frisch gemacht als Schälchen fürs Gemüse. Oder „Königsberger Klopse von der Heidschnucke“: Dem alten Immanuel Kant würden die Ohren klingeln. Sicker brachte als Vorspeise duftenden „Wiebelsheimer Hrischschinken mit Flugmango“ und einen selbstgemachte Entenleberer-Paté mit Kumkwats-Kompott; auf faszinierendem Teller servierte er einen gebratenen Thunfisch auf Pak-Choi, Koreas Kohlgemüse. Wir fanden das alles sehr beeindruckend. Wem das alles zu abenteuerlich ist, der kann sich einfach durch das Angebot der Feinkost-Theke schnabulieren oder sich auf die Klassiker zurückziehen, Schweinekotelette in Champagner-Senfsauce oder Rinderbäckchen beispielweise – aber es wäre schade darum: Diesen Koch muss man fordern. Die Weinkarte ist klein, gut sortiert und nur scheinbar billig: Sie zeigt die Ladenpreise.

Quelle: Römer's Restaurant Report


Delikatessen auf die unkomplizierte Art! Vorne "Appetit machende Theke", hinten "modern-mediterranes Ambiente". Die Leistung spricht sich rum! "Zum Glück dieses Mal einen Tisch ohne Vorbestellung bekommen". Bei Peter Sicker ist's lecker für Augen und Gaumen". Nicht nur der "superfrische Fisch", auch die "Tagesempfehlungen" begeistern. Auch wichtig sind "reichliche Portionen". Auch beim Thema Wein kann der Chef mithalten: "Der Riesling aus Deidesheim war echt toll."

Quelle: Römer's Restaurant Report


Eine Fundsache mitten in Brühl: Unten ist ein kleines Feinkostgeschäft, eine halbe Etage höher das Restaurant, das im wesentlichen von der offenen Küche dominiert wird. Nur sechs schwarze Holztische finden ringsherum Platz, deren Untergestelle meist alte Nähmaschinen sind. Mittendrin der Chef, der vor aller Augen sein kleines, aber feines Angebot produziert: Neben einem Viergang-Menü für 42,50 EURO nur Tages-Aktualitäten wie Glacesalat mit Walnussvinaigrette und lauwarmen (frisch gekochten) Hummermedaillons, Salbeignocchi mit vielerlei Schinken, geschmorte Rinderbäckchen in einer kräftigen Pinot-Noir-Sauce mit Butterbandnudeln und Gemüse aus dem Wok, das in dramatischer Füllhorntüte präsentiert wird. Oder eine treffliche Hochrippe, schön marmoriert und mit sicherem Gespür gebraten, allerdings mit vielerlei Zutaten überdekoriert. Zum Nachtisch gibt es Creme brulee und Rohmilchkäse aus dem Feinkostladen. Die Weinkarte, ein eingeschweißtes doppelseitiges Blatt, verblüfft durch spottbillige Preise - bis man liest, dass es sich um Mitnahmepreise handelt und bei Verzehr im Restaurant ein Korkgeld von 11 Euro pro Flasche erhoben wird. Man findet dort dreissig wohl sortierte Angebote, und die Preise sind auch dann noch in Ordnung, wenn man das Korkgeld hinzurechnet. - Nur Stoffservietten sollte sich Sicker mal anschafffen.

Quelle: Der rote Michelin-Führer


Nach Schloss Augustusburg kann man zu Fuß gehen - was alle tun sollten, die den vielfachen Versuchungen in Peter Sickers' Feinkostladen erlegen sind. Hier steht der Patron nicht an der Theke im Parterre, sondern - ein paar Stufen höher - in der (offenen) Küche, wo von mittags bis spätabends gebrutzelt wird. Um die unentwegt heißlaufende Herdstelle gruppieren sich wenige Tische (deren gusseiserne Unterteile an Omas Nähmaschine erinnern), die Wände leuchten in warmen Ockertönen, auf der charmanten Terrasse ist sogar mehr Platz als drinnen. Die ganze Atmosphäre atmet, mitten in der banalen Brühler City, einen Hauch von Mittelmeer. Sickers dekoriert seine großen Viereckteller mit den Augen eines Malers - er würde jeden Food-Styling-Wettbewerb locker für sich entscheiden. Aber er verfügt auch über hellwaches Produktbewusstsein und ausgeprägten Geschmackssinn, was so leckere Sachen wie Kalbskopfsülze vom Eifeler Longhorn-Rind, rosa gebratene Heidschnuckenkeule oder Filetsteak im Südtiroler Speckmantel wirkungsvoll bezeugen. Schon zum Auftakt seiner sympathischen Genussveranstaltung brennt er kleine Aromenfeuerwerke ab: Das Paprikasüppchen mit Chorizostreifen und Chilimandeln brachte uns ebenso zum Zungeschnalzen wie die niedliche, mit Fenchel gewürzte Bonsai-Bratwurst auf Portweinlinsen. Marinierter Fenchel und Cassis-Champagnersenf verhalfen dem confierten Schweinebäckchen zum perfekten Ausdruck seiner Art, während eine klare Kapernbutter (mit prallen Kapernäpfeln) dem auf einem Zuckerschotenstern arrangierten, zart gebratenen Kalbsbries sehr entgegenkam. Als Fischkoch wäre uns Sickers nicht weniger wohlgefällig, würde er auf exakte Garung genauso penibel achten wie auf absolute Frische. Ob Steinbutt in Beurre rouge (mit gutem Walnussgemüse) oder Duo von Steinbeißer und Zander auf Champagnerrahmkraut (mit prima Bratkartoffeln) - alle drei Fische hätten durch kürzere Garzeiten noch gewonnen. Zum vermeintlich süßen Schluss schmunzeln wir etwas gequält über einen sauren chilenischen Trester mit buntem Früchtespieß (das muss nicht sein!), ehe sich Sickers unserer erbarmt und mit warmem Vanille-Grießbrei oder ebensolcher Schokoladencrème selige Kindertage heraufbeschwört. Viel Freude haben wir auch an dem aufmerksamen jungen Kellner, der über die zahlreichen Angebote außerhalb der Karte mundwässernd Auskunft gibt und treffsicher die passenden Weine empfiehlt. Die drei Dutzend Kreszenzen aus der Alten wie der Neuen Welt sind unten im Laden natürlich billiger als oben im Restaurant, aber auch inklusive 11 ? Korkengeld kostet keine Flasche über 50 ? - keine Preisklasse für dionysische Verzückung. Wer die nicht anstrebt, schätzt den umfänglichen Offenausschank umso mehr.

Quelle: Der rote Michelin-Führer


Hohen Besuch erhielt das Brühler Restaurant "Sicker's" in den vergangenen Tagen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nutzte eine Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion zur Gesundheitsreform 2003 mit der Brühler Patientenbeauftragten Helga Kühn-Mengel zu einer lukullischen Stippvisite bei Peter Sicker in der Carl-Schurz-Straße. Dort schrieb sie u.a. ins Gästebuch: "Es tut gut, verwöhnt zu werden mit hervorragendem Essen und freundlicher Bedienung. Besonders nach einem arbeitsreichen Tag."

Quelle: Brühler Schlossbote


Das Restaurant ist zunächst ein Feinkostladen, und einige Stufen höher wandelt es sich zu einer großen Küche, um die herum einige Tische aufgestellt sind - das eigentliche Reich des Inhabers und Küchenchefs, der mit einem langen Arbeitstag beide Betriebsteile als Einzelkämpfer bewältigt. Er wird unterstützt von einer Servierkraft, die außer den auf der Karte geschriebenen Angeboten eine ganze Reihe tagesfrischer Besonderheiten mündlich offeriert. Die Zubereitungen sind überraschend gut, mit viel Ideenreichtum zusammengestellt und mit handwerklichem Können zubereitet: Sicker hat ein feines Gespür für den gekonnten Einsatz von Kräutern und Gewürzen. Seine hausgemachte Entenleberterrine mit Rhabarber-Chutney ist wunderbar würzig, “Wildschweinblutwurst in Preiselbeersauce” eine überraschende Kombination, ein Perlhuhn kommt in einer köstlichen Sauce aus Spargelstückchen, Morcheln und Krabben auf den Tisch. Die Weinauswahl ist umfangreich und auch dann noch angemessen, wenn man liest, dass für den Verzehr vor Ort ein Zuschlag von 11 Euro zu zahlen ist. Bis auf die Spitzentropfen werden auch alle offen angeboten. Gezahlt werden kann übrigens nur mit Bargeld, was ich zusammmen mit den fehlenden Stoffservietten für einen Mangel halte - aber bezüglich letzterem hat Sicker bereits Abhilfe versprochen.

Quelle: k.A.
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